50 Jahre GWL – Die Chronik

Vorgänger des TC Grün-Weiß war die Tennisgesellschaft Blau-Weiß Langenfeld, die am 16.03.1959 gegründet wurde. Nach einjährigem vergeblichen Versuch, ein geeignetes Grundstück für eine Clubanlage zu pachten oder zu kaufen, wurde die Tennisgesellschaft Blau-Weiß während der Mitgliederversammlung vom 23.04.1960 im Café Sticherling von dem 1. Vorsitzenden, Herrn Horst Blasius, mit einstimmigem Votum der anwesenden Mitglieder aufgelöst und an deren Stelle der Tennisclub Grün-Weiß Langenfeld gegründet. Eine Namensliste der Gründungsmitglieder ist im Anhang. Die ersten Mitgliedsbeiträge wurden für Erwachsene mit 9,00 DM/mtl., Ehepaare 15,00 DM/mtl. und für Jugendliche bis 18 Jahre mit 3,00 DM mtl. festgelegt. Der Eintrag im Vereinsregister des Amtsgerichts Opladen erfolgte am 03.08.1961 unter Nummer 356.

Der damalige Stadtdirektor Hans Koch wurde auf dieser Gründungsversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er setzte sich, nachdem der Tennisclub nach den Farben der Stadt Langenfeld – Grün-Weiß – benannt wurde, dafür ein, dass ein geeignetes Grundstück (unsere jetzige Anlage) von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Im Haushaltsplan der Stadt Langenfeld für das Jahr 1961 wurden 20.000 DM für den ersten Bauabschnitt der Tennisanlage mit Clubhaus genehmigt. Das Gelände war ursprünglich vorgesehen für den Bau von nur einem Turnierplatz, drei Übungsplätzen und einem Clubhaus. Durch persönliche Anschreiben von Herrn Koch an die Langenfelder Firmen kamen in den Jahren 1960 und 1961 ca. 7.500 DM an Spenden ein. Ferner wurde ein Landeszuschuss von 62.500 DM zur Verfügung gestellt. Mit der Stadt Langenfeld konnte ein Pachtvertrag über 20 Jahre zu 200 DM jährlich abgeschlossen werden. Die Bauarbeiten begannen um die Jahreswenden 1961 / 1962. Die ersten beiden Plätze mit grünem Bitumenbelag (Bitulac) konnten am 19.08.1962 dem Spielbetrieb übergeben werden. Im Herbst des gleichen Jahres wurde auch das Clubhaus fertig gestellt (heutige Umkleide- und Sanitäranlagen) werden. Unser Club hatte zu dieser Zeit einen Mitgliederbestand von ca. 100 Erwachsenen und Jugendlichen.

Da die Spielmöglichkeiten auf „nur“ 2 Plätzen sehr eingeschränkt waren, mussten Wartelisten für die Aufnahme weiterer Mitglieder ausgehängt werden. Neue Mitglieder konnten nur bedingt und zuerst auch nur als passive Mitglieder unter Nennung von Bürgen aufgenommen werden. Bis 1964 wuchs der Mitgliederbestand daher nur auf 129, bei 18 passiven Mitgliedern, an. Erst als 1965 zwei weitere Plätze (Ascheplätze) in Betrieb genommen werden konnte, wuchs der Mitgliederbestand auf 165 und mit dem fünften Platz im Jahre 1968 auf 238 an.

In diese Zeit fallen auch die unvergessenen glanzvollen Clubfeste, die 1966 im Jahnhaus mit dem Boxer Peter Müller (de Aap) und ab 1967 in der stets ausverkauften Stadthalle u.a. mit Bully Buhlan und Nina Westen unter dem damaligen großartigen Einsatz unseres noch heute aktiven Mitglieds Dr. Günther Stark stattfanden und die Höhepunkte im gesellschaftlichen Leben unseres Clubs darstellten. Leider sind solche schöne Feste aus vielerlei Gründen heute nicht mehr realisierbar.

1971 übergab Hans Koch den 1. Vorsitz an Heinz Roeloffs. Unter seine Regie wurden 2 neue Plätze angelegt (die heuten Plätze 6 und 7), der Geräteschuppen für den Platzwart sowie die Ballwand. Als nach 13 Jahren unser Clubhaus nicht mehr den ständig steigenden Ansprüchen genügte, die Mitgliederzahl war mittlerweile auf 400 Mitglieder angewachsen, konnte endlich die seit langem geplante Erweiterung des Clubhauses realisiert werden. Unter der architektonischen Leitung unseres Mitglieds Dieter Held entstand das neue Clubhaus mit Terrasse in der heutigen Form, das am 27.04.1975 eingeweiht wurde. Die damaligen Baukosten von ca. 250.000 DM wurden bis auf einen Zuschuss der Stadt Langenfeld in Höhe von 30.000 DM durch sogenannte „Bausteine“, Umlagen, Spenden und Bürgschaften unserer Mitglieder selbst finanziert. Von nun an konnten große Clubfeste im eigenen Heim gefeiert werden, die aber in den letzten Jahren aus den verschiedensten Gründen leider nur noch wenig Anklang finden.

Als im Jahre 1977 die Plätze 8 bis 12 für den Spielbetrieb freigegeben werden konnten, war unser Club an die Grenzen seiner Expansionsmöglichkeiten gestoßen. Die Begeisterung im Tennissport wuchs weiter an und so konnten wir 1979 bereits 500 Mitglieder zählen. In den weiteren Jahren wurden Ausbauarbeiten und die Küchenerweiterung vorgenommen. Überlegungen und Planungen zum Bau einer eigenen Tennishalle auf den Plätzen 8 a bis 9, die immer wieder zur Debatte standen, sind, wie man heute ehrlich sagen kann, Gott sei Dank nicht verwirklicht worden.

Nach einer einjährigen Amtszeit von Dieter Brand im Jahre 1981 übernahm Wolfgang Nebelung ab 1982 die Leitung des Clubs. Herr Nebelung wurde 1990 von Werner Stockhausen abgelöst. Nach einer 2-jährigen Amtszeit (1996 – 1997) von Bernhard Brand wurde Dietrich Manger 1998 zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Ende der 90er Jahre konnte unser Verein die höchste Mitgliederzahl in ihrer Geschichte verzeichnen. Mit über 700 Mitgliedern waren wir nach dem Rochusclub Düsseldorf und ETUF Essen zum drittgrößten Tennisclub bei 516 Vereinen im Tennisverband Niederrhein aufgestiegen. Besonders erfreulich war die hohe Zahl unserer jugendlichen Mitglieder von 160 Jungen und Mädchen, die unter der Leitung unseres Clubtrainers Christian Hohnhold und seiner Frau Petra am allgemeinen Jugendtraining teilnahmen. 1998 spielten 8 Jugendmannschaften in der Verbands- und Bezirksliga und belegten dort die oberen Plätze in den jeweiligen Kategorien.

In den Jahre 1997 bis 2000 wurden umfangreiche Renovierungs- und Erhaltungsmaß-nahmen durchgeführt, die nicht nur das gesamte Erscheinungsbild unseres Tennisclubs verbesserten, sondern auch die Substanz unserer gesamten Anlage wieder auf eine gesunde Basis stellten. Unter der Leitung des Technischen Warts, Erich Kiwitt, konnten durch einen Neubau die dringend benötigten Aufenthaltsräume für unseren Platzwart und die Trainer geschaffen werden.

Um die sportlichen Erfolge von 1960 an zu dokumentieren, müsste hier zu weit ausgeholt werden. Der Bericht beginnt daher mit dem Jahr 1982. In diesem Jahr wurde Christian Hohnhold, früherer Davis-Cup-Spieler von Peru und von 1972 bis 1976 peruanischer Meister und Nummer 1 der peruanischen Junioren bei den südamerikanischen Jugendmeister-schaften für unseren Club verpflichtet und ihm 1984 das Amt als Spielertrainer übertragen.

Bis 1984 spielten sowohl die 1. Damen, als auch die 1. Herren in der Bezirksliga. Unter der Leitung von Christian Hohnhold konnten beide Mannschaften 1985 in die 2. Verbandsliga und 1986, die 1. Herren, in die 1. Verbandsliga aufsteigen. 1987 schafften die 1. Herren sogar den Sprung in die Oberliga, der heutigen Niederrheinliga, wo sie bis 1995, mit einem Jahr Unterbrechung spielten. Unsere 1. Damen konnten 1989 in die Verbandsliga aufsteigen und folgten den 1. Herren 1994 in die Oberliga.

1998 wurde Christian Hohnhold durch den neuen Spielertrainer Emil Kovatchev abgelöst. Durch seine Verbindung zu etlichen guten Tennisspielern und durch Zuwendung des damailigen Fördervereins konnten im Jahre 2000 einige spielstarke ausländische Spieler für unsere 1. Herrenmannschaft verpflichtet werden, die nach einem sportlichen Zwischentief den Wiederaufstieg in die 1. Verbandsliga schafften.

Das bisher erfolgreichste sportliche Jahr der Vereinsgeschichte war das Jahr 2003. Drei Mannschaften des Vereins (1. Damen, 1. Damen 50 und 1. Herren) spielten in der Niederrheinliga, der höchsten Liga des Tennisverbandes Niederrhein. Edith Daube wird Europameisterin im Damen-Doppel 65.

Die 1. Herren wurden Niederrheinmeister und nahmen zum zweiten Mal an der Aufstiegs-runde zur Bundesliga teil. Das Team scheiterte knapp mit 4:5 gegen den späteren Bundes-ligisten TC Espelkamp-Mittwald. Auf finanziellen Gründen wurde das nachträgliche Recht, als Dritter der Aufstiegsrunde durch Verzicht des Zweiten der Aufstiegsrunde, in der 2. Bundesliga zu spielen, nicht wahrgenommen. Diese Entscheidung war aus heutiger Sicht „goldrichtig“, denn wegen rückläufiger Einnahmen des Fördervereins konnten die aus-ländischen Spieler nicht mehr gehalten werden und die 1. Herrenmannschaft musste den Rückzug in die Bezirksliga antreten. Diese Situation führte schließlich zur Auflösung des Fördervereins zum 31.12.2004. Dem TC Grün-Weiß gelang es aber rechtzeitig, mit Boris Joachim, einen neuen Cheftrainer unter Vertrag zu nehmen. Mit größtenteils eigenen Spielern wurde der Wiederaufstieg in die 2. Verbandsliga geschafft.

Ferdinand Kedzierski wude im Jahre 2004 als Nachfolger von Dietrich Manger zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seine Amtszeit fiel die Sanierung der Duschen, Sanitär- und Umkleideräume (Gesamtkosten: 57.000 EUR, davon 32.000 EUR Zuschuss durch die Stadt Langenfeld). Die weitere Teilfinanzierung wurde durch eine Umlage der aktiven Mitglieder getragen. 2007 kann die Verschönerung der Clubanlage weiter fortgesetzt werden. Durch einen großzügigen Zuschuss der Stadt Langenfeld war es möglich, die Erneuerung des Plattenwegs zu den Plätzen 2 bis 4 sowie 6 und 7 (Kosten: 15.000 EUR, davon 11.000 EUR Zuschuss der Stadt Langenfeld) vorzunehmen.

Auf der Mitgliederversammlung 2008 wurde Edgar Scholz als neuer 1. Vorsitzender gewählt und 2010 in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit war in erster Linie geprägt von der Konsolidierung der Finanzlage des Vereins. Bedingt durch einen erheblichen Einbruch der Mitgliederzahlen auf unter 500 in den Jahren 2007 bis 2009 wurden die notwendigen Ausgaben durch die Einnahmen nicht mehr gedeckt. Durch zahlreiche Maßnahmen wurde der komplette Ausgabenbereich durchforstet und jeder Euro, der ausgegeben werden musste, „zweimal herum gedreht“. Mit Unterstützung der Mitgliederversammlung wurde ein Arbeitsstundensystem eingeführt und eine „Finanzierungsspritze“ in Form einer Umlage durch die aktiven Mitglieder beschlossen. Dadurch ist es gelungen, die Schuldenlast des Vereins erheblich abzubauen, obwohl durch die dringend erforderliche Entfernung unserer bereits Jahrzehnte alten Pappeln, eine unvorhersehbare, kostenträchtige Maßnahme anstand.

Der sportliche Höhepunkt des Jahres 2009 war der Gruppensieg der Damen 50 in der Niederrheinliga, der zu einem Relegationsspiel um den Aufstieg in die Regionalliga West berechtigte, welches aber unglücklich mit 4:5 beim TV Blau-Weiß Wülfrath verloren ging. Edith Daube wurde Hallen-Europameisterin und Deutsche Hallen-Meisterin im Damen-Doppel 70 sowie Hallen-Vize-Europameisterin ihrer Altersklasse im Einzel. Für ihre Verdienste um den Tennissport erhielt sie am 24. März 2010 die Silberne Ehrennadel des TVN.

Diese Ausarbeitung basiert auf Erfahrungen und auf Recherchen aus Protokollen und früheren Aufzeichnungen, die überwiegend mit der Hilfe unseres Ehrenmitglieds Dietrich Manger zustande gekommen ist. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und absolut verbindliche Zeitangaben.

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